Klimafasten

Die nachfolgenden Informationen zum Klimafasten gibt es HIER auch als PDF zum download.

Warum Klimafasten?

Viele Menschen nutzen die Fastenzeit, um für einige Wochen im Jahr bewusst Verzicht zu üben, das eigene Handeln zu überdenken und achtsamer zu werden. In der christlichen Tradition beginnt sie am Aschermittwoch und endet zu Ostern, aber auch viele andere Religionen kennen das Fasten. Im Islam ist der Fastenmonat Ramadan eine wichtige Zeit, im Judentum gibt es Fastentage wie zum Beispiel den Jom Kippur. Neben den religiösen sind es heute auch oft gesundheitliche Gründe sowie ethisch-moralische Überlegungen, die uns Menschen zum Fasten bewegen.

Die Idee des Klimafastens passt zu allen diesen Beweggründen. Klimaschutz und Klimagerechtigkeit sind hochaktuelle gesellschaftspolitische Themen. Wer seinen CO2 Ausstoß reduziert, schützt nicht nur Klima und Umwelt, sondern begehrt auch gegen die globale Ungerechtigkeit auf.

Klimafreundlicher zu leben, bedeutet sich selbst und anderen etwas Gutes zu tun. Denn der Klimawandel gefährdet schon heute in vielen Teilen der Welt die Lebensgrundlagen und verursacht Not und Leid. In Zeiten von Fridays For Future liegt es geradezu auf der Hand, dass man statt wie üblich in der Fastenzeit auf Süßigkeiten, Fleisch, Zigaretten oder Alkohol zu verzichten, sich in diesem Jahr bewusst von umwelt- und klimafeindlichen Lastern verabschiedet. Wobei alle eben genannten Fastenarten durchaus schon ihren Teil zum Klimafasten beitragen können!

Das Coronavirus hat im letzten Jahr die Welt verändert und uns in vielen Bereichen die Augen geöffnet. Prioritäten haben sich verschoben und moralische Einwände hatten auf einmal wieder eine Chance gegen kapitalistische Forderungen. Vielen ist bewusst geworden, was wirklich wichtig ist und worauf man eigentlich ganz gut verzichten kann.

Wie funktioniert das Klimafasten?

Traditionell sagt man, die Fastenzeit habe 40 Tage. Zählt man im Kalender die Tage zwischen Karfreitag und Ostern, sind es tatsächlich ein paar mehr. Das hat historische Gründe, da die Fastenzeit immer mal wieder anders definiert wurde.

Wie kann man es nun in diesen Wochen schaffen, bewusst CO2 einzusparen und seinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern? Die wesentlichen Bereiche, in denen das Möglich ist, sind Ernährung, Mobilität, Energie (Strom und Heizen) und Konsum. Wie bei einem Baukastensystem kann man sich seinen ganz persönlichen Fasten-Plan zusammenstellen. Vielleicht versucht man in allen Bereichen seinen CO2 Ausstoß zu verringern, vielleicht wählt man aber auch ein spezielles Thema. Alternativ wäre ein wöchentlicher Themenwechsel eine tolle Idee. So hat man genügend Zeit, sich im Laufe der Fastenzeit auch mit den Hintergründen vertraut zu machen.

Ein Fastenprojekt wie dieses ist in jedem Fall nachhaltig, denn die intensive Beschäftigung mit einer Problematik und den zugehörigen Lösungsvorschlägen verändert dauerhaft die Wahrnehmung und das Problembewusstsein. Sehr wahrscheinlich werden Sie also auch nach der Fastenzeit weiterhin bewusster leben und handeln.

Das Ziel

Um die Klimaziele zu erreichen, die auf den Klimakonferenzen von Tokio und Paris beschlossen wurden, müssen wir es schaffen, dass kein Mensch auf diesem Planeten mehr als 1,5 bis maximal 2 Tonnen CO2 Emissionen verursacht. Aktuell liegt der Durchschnittswert in Deutschland bei etwa 12 Tonnen, in NRW sogar bei 13-14 Tonnen pro Person. Es ist also dringend an der Zeit, sich zu überlegen, wie man unser aller Leben ökologisch vertretbarer gestalten kann.

Der erste Schritt

Niemand sagt, dass es leicht wird – weder die Fastenzeit noch das Erreichen der Klimaziele. Im Gegenteil, es wird sogar richtig kompliziert, denn unzählige Faktoren spielen dabei eine Rolle. Aber das Leben ist nun mal kompliziert, daran sind wir doch gewöhnt. Wenn es etwas gibt, was unsere Spezies gut kann, dann ist es Probleme lösen – selbst solche, die wir uns selbst eingebrockt haben! Und dafür ist es höchste Zeit, denn aktuell fügen wir unserem Planeten Schaden zu, ohne zu wissen, wie man ihn reparieren könnte! Es gibt bisher noch kein Konzept, das einen Weg aufzeigt, wie wir es überhaupt schaffen können, unterhalb der kritischen 2°C Temperaturanstieg zu bleiben. Aber es gibt gute Ansätze. Und es gibt Dinge, die jeder einzelne von uns tun kann.

Als Einstieg ins Klimafasten ist es interessant seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck bestimmen. Es gibt verschiedene Anbieter, die online Tests anbieten, zum Beispiel auf der Seite des Umweltbundesamts

uba.co2-rechner.de/de_DE/

Welche Punkte man in seiner Fastenzeit umsetzen will und kann, bleibt jedem selbst überlassen. Egal wie man anfängt, es kommt darauf an, überhaupt anzufangen. Veränderung ist am Ende immer die Summe der Entscheidungen vieler!

Grundlegende Infos zu den wesentlichen Themenbereichen sowie Vorschläge, was man praktisch umsetzen könnte, gibt es auf den folgenden Seiten.

Diese Bereiche haben die stärksten Auswirkungen auf den Klimawandel: Konsum, Ernährung, Mobilität, und der Energiesektor. Laut Angaben des Umweltbundesamtes entfallen bei jedem von uns durchschnittlich 24% der Treibhausgasemissionen auf den Bereich Heizen und Strom, 19% auf Mobilität, 15% auf Ernährung und 34% auf den übrigen Konsum. Die von uns allen genutzte öffentliche Infrastruktur und Verwaltung wird mit 8% eingerechnet (beispielsweise Schulen und Krankenhäuser).

Konsum

Der Konsum hat den größten Anteil an unserer persönlichen CO2-Bilanz. Es sind also vor allem unsere Kaufentscheidungen, die unseren ökologischen Fußabdruck bestimmen.

Die Herstellung von Waren verbraucht immer Energie und Rohstoffe. 90% von allem, was wir konsumieren, stammt zudem aus Übersee, so dass Transport und Verpackung den ökologischen Fußabdruck der Produkte zusätzlich in die Höhe treiben. Vieles was wir kaufen brauchen wir eigentlich nicht, doch uns umgibt im globalen Norden alltäglich ein künstlich erzeugter Überfluss, und so greifen wir zu ohne nachzudenken. Es ist ja genug da und bezahlbar ist es auch. Der Schaden, den unser Lebensstil anrichtet, ist im Moment des Einkaufs nicht offensichtlich. Daher fällt es leicht, die Zusammenhänge zu ignorieren. In der EU verbrauchen wir mehr Ressourcen, als die Erde reproduzieren kann. Um genau zu sein verbrauchen wir jedes Jahr die Ressourcen von 2,8 Erden und zerstören damit unsere zukünftigen Lebensgrundlagen.

Jedes Jahr werden 1,5 Milliarden Handys verkauft. Die meisten davon nicht, weil das alte kaputt ist, sondern weil ein neueres Modell auf dem Markt ist. Dabei wird bei der Herstellung eines Smartphones deutlich mehr Energie verbraucht als es in seinem ganzen Lebenszyklus für seinen Betrieb benötigt (in der Regel ist das übrigens bei Autos auch so). Es lohnt sich vor jedem Kauf die Frage zu stellen: Brauche ich das wirklich? Wenn ja, gibt es eine Version zu kaufen, die umwelt- und klimaschonend hergestellt wurde? Kann ich es vielleicht leihen oder gebraucht kaufen
Was kann ich konkret tun?

~ Nur kaufen, was wirklich notwendig ist. Shopping nicht als Hobby betreiben.
~ Fair und umweltschonend produzierte Produkte wählen: Ändert sich die Nachfrage, ändert sich das Angebot! Der Kunde hat mehr Macht, als er denkt!
~ Sicherheit beim Einkauf bieten Siegel. Hilfe bietet die Siegel-App des NABU.
~ Nicht jeden Modetrend mitmachen, stattdessen seinen eigenen Stil finden. Gerade bei Bekleidung auf faire und umweltfreundliche Produkte achten!
~ Langlebige Produkte kaufen: lieber einmal Qualität statt jedes Jahr neu.
~ Corona hat uns wach gerüttelt: Es ist wichtig lokale Geschäfte zu unterstützen!
~ Online shoppen und die Hälfte wieder zurückschicken verursacht Emissionen und Verpackungsmüll.
~ Selten gebrauchte Dinge tauschen, (ver-)leihen, spenden oder verschenken. Nachbarschafts-Tauschregale einrichten!
~ Reparieren lassen statt Wegwerfen
~ Einkaufszettel schreiben und nur kaufen, was draufsteht. Keine Spontankäufe!
~ Gebraucht kaufen (dadurch teilt man die CO2 Emissionen mit den Vorbesitzern)
~ Neue Elektrogeräte nur mit höchster Effizienzklasse kaufen
~ Verpackungsmüll vermeiden
~ Putzmittel und Kosmetika aus natürlichen Bestandteilen wählen
~ Zu einer nachhaltigen Bank wechseln

Mobilität

Unter Mobilität versteht man alle Möglichkeiten sich von einem Ort zum anderen zu bewegen. Etwa 20 % der persönlichen CO2-Bilanz entfallen auf diesen Faktor.

Mit dem Auto gefahren verurstacht ein Kilometer etwa 150 g CO2-Ausstoß. Ein Kilometer mit der Bahn um die 40 g, mit einem (voll besetzten) Reisebus sogar nur 20 g.

Die Diskussion um das Elektroauto ist komplex und würde den Rahmen dieser Kurzinfos sprengen. Die Herstellung der Batterie ist ressourcenintensiv, so dass sich die Anschaffung erst nach langer Nutzung lohnt. Tankt man keinen grünen Strom, lohnt sie ökologisch betrachtet unter Umständen nie. Elektrofahrzeuge sind nur so sauber, wie der Strom, den sie tanken. Wichtig ist bei allen Fahrzeugtypen, dass der Trend zu immer größer werdenden Autos gestoppt wird. Der gemeinnützige Umweltverband VCD gibt jedes Jahr eine aktuelle Auto-Umweltliste heraus.

Extrem klimarelevant ist der weltweite Flugverkehr: Pro Sekunde werden etwa 11.500 Liter Kerosin verflogen. Ein Langstreckenflug von Zürich nach New York emittiert etwa drei Tonnen CO2 (zur Erinnerung: der deutsche Jahresdurchschnitt beim CO2 Fußabdruck liegt bei etwa zwölf Tonnen).

Was kann ich konkret tun?

~ Den mit Abstand größten Effekt hat es, Flugreisen zu vermeiden
~ Kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen
~ Öffentliche Verkehrsmittel nutzen
~ Mitfahrbörsen nutzen: Einen freien Platz anbieten oder woanders mitfahren
~ Schonende Fahrweise spart bis zu 20%
~ Nicht unnötig fahren. Besuche, Einkäufe, Kurse, Kinder-Taxi und ähnliches so legen, dass man nur einmal fahren muss.
~ Freiwillig 130 auf der Autobahn fahren
~ Auf ein sparsames Auto umsteigen
~ Carsharing / Individualfahrzeuge teilen
~ Homeoffice schützt nicht nur vor Corona sondern spart auch Zeit und Sprit.
~ Ein E-Bike soll ein Auto oder Motorrad ersetzen, nicht ein normales Fahrrad! Wird ein E-Bike anstelle des Autos genutzt, rentiert es sich ökologisch betrachtet schon nach 100 – 165 Kilometern, trotz Akkuproduktion und -recycling
~ Den nächsten Urlaub klimafreundlich planen; keine Kreuzfahrten machen
~ Welche Emissionen verursache ich? Ausrechnen unter http://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/co2-rechner-fuer-auto-flugzeug-und-co/

Ernährung

Ernährung ist Teil unseres Konsums. Der größte Teil an klimarelevanten Emissionen entsteht bei der Erzeugung, der Lagerung und dem Transport der Lebensmittel. Allein der Fleischkonsum ist für über zwei Drittel dieser Emissionen verantwortlich. zum Vergleich: Bei der Produktion eines Kilos Schweinefleisch entstehen etwa 3,5 kg CO2, bei einem Kilo Kartoffeln nur etwa 0,2 kg. Auch indirekt verursachen unsere Ernährungsgewohnheiten Treibhausgasemissionen, etwa durch die Abholzung von Wäldern, um Acker- oder Weideland zu schaffen.

Das Überangebot in unseren Geschäften suggeriert: Alles ist unbegrenzt verfügbar, Man kann alles haben man könnte alles bedenkenlos kaufen. Nahrungsmittel wären immer und überall…… hätte keinen großen Wert. Weil halb leere Regale und Obstkörbe nicht gut aussehen, wird in Kauf genommen, dass am Ende vieles nicht verkauft wird und in den Mülltonnen der Geschäfte landet. Auch in den Privathaushalten wird jedes zehnte Lebensmittel weggeworfen. Die in Deutschland entsorgten Nahrungsmittel haben einen Wert von etwa 20 Milliarden Euro im Jahr. Neben Verbrauchern und Handel tragen auch Hersteller und Landwirtschaft zu dieser Verschwendung bei.

Angesichts Millionen hungerleidender Menschen in der Welt ist nicht nur das Wegwerfen von Nahrungsmitteln moralisch unvertretbar, sondern auch die Tatsache, dass wir die Hälfte aller Lebensmittel an Schlachttiere verfüttern. Theorethisch wäre die Ernährung der Weltbevölkerung nämlich kein Problem.

Was kann ich ganz konkret tun?

~ Bio-Produkte bevorzugen, auch für die eigene Gesundheit (pestizidfrei)
~ Saisonale Produkte kaufen und damit Treibhausware und Ferntransporte vermeiden
~ Im Winter sind tiefgekühlte Erdbeeren oder passierte Tomaten aus dem Glas umweltschonender als frische! 100 deutsche Sommertomaten haben die gleiche Ökobilanz wie eine deutsche Wintertomate aus dem Gewächshaus!
~ Regionale Produkte fördern. Kurze Transportwege sparen Emissionen (Bier aus lokaler Brauerei, Apfelsaft aus lokaler Kelterei, Obst, Gemüse und tierische Produkte vom Wochenmarkt / Erzeuger)
~ Weniger Fleisch und tierische Produkte . Vor allem Rindfleisch und die Käseherstellung sind stark klimaschädigend.
~ Fisch nur mit MSC oder ASC Siegel
~ Fair gehandelte Produkte bevorzugen
~ Viel frisch und selbst kochen, weniger Tiefkühl- und Fertigprodukte
~ Nur einkaufen, was man aufbrauchen kann, bevor es verdirbt. Essen für die nächsten Tage im Voraus planen.
~ Einmal in der Woche Kühlschrank, Obstkorb und Brotkiste durchsehen, was bald aufgebraucht werden muss.
~ Wasser trinken, Leitungswasser (auch selbst aufgesprudelt) spart Geld und Emissionen, die beim Transport und der Herstellung der Flaschen anfallen.

Energie

Ein leeres Zimmer, in dem das Licht brennt und die Heizung voll aufgedreht ist? Stereoanlage, Computer und Fernseher blinken und brummen rund um die Uhr im Standby? Keine gute Idee, weder fürs eigene Konto noch fürs Klima. Gerade bei elektrischen Geräten werden oft unnötige Einkäufe getätigt, die dann jahrelang ungenutzt in Küchenschränken, Gartenschuppen und auf Werkbänken herumstehen.

Mit den folgenden Tipps kann man leicht so viel Strom einsparen, dass man sich ohne Mehrkosten einen umweltfreundlichen Stromtarif leisten kann. Zu Ökostrom wechseln dauert im Internet nur ein paar Minuten (dezentrale Anbieter bevorzugen!). Allein durch diesen Wechsel spart man im Vergleich zu einem konventionellen Tarif jährlich rund eine Tonne CO2 ein! Jeder vierte Haushalt in Deutschland hat das schon getan. Es fühlt sich gut an, wenn man seinen persönlichen Atom- und Kohleausstieg geschafft hat! Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach senkt zusätzlich die Stromkosten.

Auch die Politik muss handeln: Würde man endlich die Folgeschäden von fossiler und atomarer Energie in den Strompreis einrechnen, dann wäre erneuerbare Energie sowieso günstiger! Auch die Förderung dezentraler, flexibler und dynamischer Energiesysteme ist wünschenswert.
Was kann ich ganz konkret tun?

~ Hinter sich das Licht ausmachen, LEDs oder Energiesparlampen nutzen, Geräte nicht im Standby lassen (Standby einer Stereoanlage kostet bis zu 35 Euro im Jahr! Fehlt Geräten ein echter Ausschalter: Stecker ziehen oder Steckerleiste mit Schalter zwischenschalten)
~ Bei neuen Großgeräten höchste Energieeffizienzklasse wählen, Neukäufe vermeiden, lieber leihen oder reparieren
~ Netzbetriebene Geräte kaufen, Batterien vermeiden (wenn nötig Akkus verwenden), niemals im Restmüll entsorgen
~ Energie sparen in der Küche: Deckel auf den Topf beim Kochen, Gefrierschrank enteisen, die (volle) Spülmaschine zu nutzen ist ökologischer als Handwäsche
~ Waschmaschine voll beladen, normal-verschmutzte Wäsche bei 30° C waschen
~ Heizung modernisieren, Rohre dämmen, zugige Fenster abdichten, bei geheizten Räumen Türen schließen, Stoßlüften statt Fenster kippen, ein Grad weniger heizen spart bis zu 10% Heizenergie, drinnen Pulli statt Shirt tragen, zu Ökogas wechseln
~ Spar-Duschkopf einbauen, kühler und kürzer duschen, Hände kalt waschen
~ Energiesparende Freizeitbeschäftigungen: lesen statt fernsehen, Kniffel statt Playstation, joggen statt Laufband
~ Nicht unnötig online sein. Jede Websuche verbraucht in Rechenzentren rund um die Welt viel Energie.

Ressourcen und Umwelt schonen

An dieser Stelle soll der Fokus nochmals auf einen Punkt gerichtet werden, an dem Ressourcen- und Energieverschwendung sowie Umweltverschmutzung besonders auffallend sind: Unsere Müllberge! Daher ist auch Plastikfasten inzwischen zum gängigen Fastenzeitmotto avanciert.

Jeder Deutsche produziert jährlich etwa 38 kg Verpackungsmüll. Seinen Plastikverbrauch zu reduzieren ist daher in jedem Fall ein wichtiger Bestandteil des Klimafastens. Denn in Deutschland werden leider nicht einmal 20% des Plastikmülls tatsächlich recycelt – auch wenn er recyclingfähig wäre. Das meiste wird verbrannt oder ins Ausland verschifft.

Weitere Probleme verursacht Mikroplastik, das sowohl durch Abrieb von größeren Plastikteilen als auch durch Mikroplastik in Kosmetik und Reinigungsprodukten in die Umwelt gerät.

Einige einfache Dinge haben viele von uns schon im Alltag umgesetzt: Stofftasche statt Plastiktüte, auf Coffe-To-Go Becher verzichten, … Hier ein paar Vorschläge für fortgeschrittenes Plastikfasten:

Was kann ich ganz konkret tun?

~ Fast alles was wir kaufen ist irgendwie verpackt und verursacht so Müll. Daher nur kaufen, was man wirklich benötigt!
~ Obst und Gemüse nicht in Plastiktüten abwiegen, sondern wiederverwendbare Obstsäckchen benutzen.
~ Statt kaufen lieber mieten oder leihen, statt wegwerfen reparieren, verkaufen oder verschenken
~ Kleidung aus Naturfasern kaufen. Synthetische Bekleidung produziert bei jeder Wäsche Mikroplastik, das nicht vollständig in den Kläranlagen herausgefiltert werden kann.
~ Auf mehrfach verpackte Produkte verzichten (Mini-Gümmibärchentüten in großer Tüte)
~ Einen Unverpackt-Laden finden und unterstützen.

Dein Beitrag zum Klimaschutz

Unser Planet setzt uns Grenzen. Wir verbrauchen aktuell die Ressourcen von zwei Erden. Die schon jetzt über uns hereinbrechenden Folgen des Klimawandels zeigen, dass die Welt nicht darauf warten kann, bis auch der letzte es geschafft hat, sein Leben aus eigener Kraft nachhaltig zu gestalten. Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen, die dies jedem Einzelnen ermöglichen – unabhängig vom Einkommen und ohne Ausbeutung von Mensch und Umwelt in anderen Teilen der Welt.

Neben dem, was man im Rahmen des Klimafastens in seinem privaten Umfeld verbessern kann, gibt es Möglichkeiten mehr zu bewirken. Man kann als Bürger aktiv werden und sich organisieren (Vereinen beitreten, private Interessengruppen gründen), sich öffentlich äußern (Leserbriefe, soziale Medien, persönliche Gespräche), sich an gemeinnützigen Projekten beteiligen, wählen gehen, ein Ehrenamt übernehmen und zeigen, was man tut, um für andere ein Vorbild zu sein.

Das Klimafasten ist ein persönliches Projekt, das zwar zeitlich begrenzt ist, aber das Grundwissen und die innere Veränderung fördert, die notwendig ist, um auch in Zukunft klimafreundlich zu leben. Jeder noch so kleine Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung.

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