Ausstellung "Spinnst Du!?"

Plakat der Wanderausstellung „Spinnst Du!?“

„Spinnst Du!?“ ist als Wanderausstellung konzipiert und war nach der Pemiere im Römer und Bajuwaren Museum Kipfenberg in verschiedenen weiteren Museen zu sehen:

Hier finden Sie einige Pressereaktionen zur Ausstellung „Spinnst Du!?“.

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Die Geschichte einer uralten Erfindung

Heutzutage sind wir Europäer beinahe völlig abgeschnitten von der Produktion unserer Bekleidung und anderer Textilien: Das Faserrohmaterial wird auf anderen Kontinenten produziert oder synthetisch erzeugt. Die Weiterverarbeitung ist völlig automatisiert oder wird in Billiglohnländern unter meist unmenschlichen Bedingungen hergestellt, und die textilen Endprodukte hängen in Tausender-Chargen auf den Kleiderbügeln. Kaputte Socken werden nicht mehr gestopft, Teppiche nicht mehr geflickt. Textilien sind zum Wegwerfprodukt geworden.

Doch das ist eine sehr junge Entwicklung. Noch im 18. Jahrhundert galt es dem einfachen Volk als Luxus, zwei Kleidergarnituren zu besitzen. Wie groß der Wert von Textilien und wie bedeutend deren Produktion einst war, lässt sich aus heutiger Sicht kaum vermitteln. Schon ein erster Blick zurück, in die noch nicht allzu ferne Vergangenheit überrascht die Meisten: Die Textilindustrie war die Schlüsselindustrie am Beginn der Industriellen Revolution! Die ersten echten Fabriken, die in England entstanden, waren Spinnereien – hier liegen die Grundsteine unserer heutigen, industriellen Gesellschaft!

Wieso war in dieser Zeit des Wandels unter anderem die Erfindung von Spinnmaschinen ein Zündfunke für die Industrielle Revolution? Wie wurde davor gesponnen, und wo liegen die Ursprünge dieser Jahrtausende alten Technik?

Zwischen der Gewinnung und Vorbereitung des Faserrohmaterials und der Herstellung des eigentlichen Stoffes liegt nur ein einziger simpler, aber bedeutsamer Schritt: Das Spinnen der losen Fasern zu einem festen Garn.

Das Buch zur Ausstellung „Spinnst Du? Na klar!“ ist weiterhin im Buchhandel erhältlich!

Die Technik kurze Fasern durch Verdrillen zu langen Fäden zu verbinden ist nachweislich schon in der Altsteinzeit bekannt. Und bereits für die Jungsteinzeit ist mit der Erfindung der Handspindel eine erste Mechanisierung dieses Prozesses nachgewiesen. Hier wird erstmals in der Menschheitsgeschichte das Prinzip einer unendlichen Drehung um die eigene Achse verwirklicht. Erst einige Jahrtausende später, als die Zeit reif war, wurde dieses Konzept weiterentwickelt: Das Rad war erfunden! Diese vielgerühmte Erfindung ist letztlich nur die Weiterentwicklung und Nutzungserweiterung von Achse und Schwungrad der Handspindel.

Die Ausstellung „Spinnst Du!?“ stellt will die Entwicklung der Spinntechnik vor – von ihren Anfängen in der Steinzeit bis zum Beginn der Industrialisierung – und beleuchtet ihre Bedeutung für die menschliche Gesellschaft. Neben dieser historischen Betrachtung wird das Spinnen zielgruppenorientiert aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet: Für die kleinen Besucher werden die vielen Märchen, in denen gesponnen wird zum Leben erweckt, der Technik- oder Handarbeitsinteressierte darf sich selbst an Spinnrad und Handspindel versuchen, Beispiele aus der Ethnologie, Mythologie, Kunst und Technologiegeschichte vervollständigen das Bild für alle Wissbegierigen.

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